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Lästige Chronistenpflicht

Frank Zöllner 10.03.2020

Geschichte aufschreiben, so sagt es die Überlieferung, sei die einzige mögliche Art, Unannehmlichkeiten des Lebens wirklich zu bewältigen. Kenner wissen, dass der Gestus dieser Zeilen auf den hier schon häufiger zitierten Altmeister Goethe zurückgeht, der das selbstverständlich wesentlich poetischer auszudrücken verstand. Die Pflicht des Chronisten gebietet es also, auch zum letzten absolvierten Punktspiel der ersten Mannschaft in dieser Saison einige Zeilen zu verfassen.

Das traurige Ergebnis des Auswärtsspieles beim Stadtrivalen vom Hainsberger SV haben sowohl Überschrift als auch Einleitung des Artikels bereits verraten: erneut eine klare Niederlage. Wobei die Bezeichnung 'traurig' vielleicht schon einen Euphemismus darstellt: In Wirklichkeit handelte es sich um ein veritables 1:13-Desaster. Sicher eine erwartbare Niederlage gegen den Tabellenführer, aber in dieser Deutlichkeit? Immerhin fehlte bei den Hainsbergern der etatmäßige Spitzenmann Hauptvogel. Nun ja. Unsere Gegner hatten mit Richter scheinbar einen würdigen Ersatz gefunden, der gemeinsam mit Basler, Scheumann und Porrmann eifrig an der Zementierung unseres sehr südlichen Tabellenplatzes arbeitete.

Obwohl wir unsererseits in Bestbesetzung antraten, gingen bereits die beiden Doppel verloren. Sowohl Frank und Steffen als auch Sebastian und Stephan konnten insgesamt lediglich einen kümmerlichen Satz gewinnen. (Der Vollständigkeit halber sei anerkennend angemerkt, dass der Satzgewinn auf unser zweites Doppel zurückgeht.)

In der ersten Einzelrunde bekam es Frank mit Scheumann zu tun. Mit 1:3 musste unsere Nummer 1 jedoch die spielerische Überlegenheit seines Gegenübers anerkennen und sich in sein Schicksal fügen. Am anderen Tisch erging es Sebastian in seinem Match gegen Basler mit exakt demselben Satzergebnis genauso. Steffen verlor sein Spiel gegen Richter ebenso 0:3 wie Stephan seine Begegnung gegen Porrmann.

Der einzige Lichtblick des Abends (aus unserer Sicht) ist aus der zweiten Runde zu berichten. Mit einem hart umkämpften 3:2 konnte Frank wenigstens ein Spiel gewinnen. Wie eng das Match gegen Basler war, zeigt sich schon daran, dass drei Sätze in die Verlängerung gingen und auch der alles entscheidende letzte Spielabschnitt recht glücklich mit 12:10 für uns entschieden werden konnte. Stephan, Sebastian und Steffen allerdings mussten am Ende ihrer Begegnungen dem jeweiligen Gegner gratulieren. Lediglich Steffen blieb es vorbehalten, einen Satz zu gewinnen.

Damit war der Drops bereits gelutscht, die Niederlage stand fest. Der abschließende Durchgang brachte erneut eine Nullrunde für uns. Alle Begegnungen gingen verloren, nur Frank konnte sein Spiel gegen Porrmann (2:3) etwas offener gestalten. Das oben bereits erwähnte Endergebnis konnte in die Historie einer verkorksten Saison aufgenommen werden und auch unser Spielbericht endet hier.

Lediglich das eingangs erwähnte Zitat sei an dieser Stelle noch einmal vollständig aufgeführt: "Geschichten schreiben ist eine Art, sich das Vergangene vom Halse zu schaffen." Wie wahr.