> Zurück

Hmm… Was geschieht hier - und vor allem warum?

Frank Zöllner 14.10.2021

"Zufall ist das bekannte Ergebnis unbekannter Ursachen." Ohne François-Marie Arouet, besser bekannt als Voltaire, direkt widersprechen zu wollen, soll der vierte Sieg in Folge (damit wäre das Ergebnis auch bereits verraten) doch Anlass genug sein, sich mit den "unbekannten Ursachen" unseres aktuellen Erfolges etwas näher zu beschäftigen. Die folgenden Zeilen unternehmen genau diesen Versuch, wohl wissend, dass wir am Ende doch so schlau sein werden wie zuvor. Aber sei's drum - es folgt die Probe aufs Exempel.

Doch zunächst die Schilderung der Ausgangslage in Grumbach. Unser Gegner war die dritte Mannschaft der dortigen Sportgemeinschaft. Mit der Aufstellung Thiere, Dannfald, Kaletta und Jerusel haben die Grumbacher wohl so etwas ähnliches wie ihre Stammbesetzung gefunden, auch wenn sich dies auf der ursprünglichen Meldeliste für diese Saison noch ganz anders las. Wir hingegen verfügen nicht über die opulente Personalausstattung eines 60-Mann-Vereins, aus diesem Grunde starteten wie üblich Frank, Sebastian, Stephan und Steffen in altbewährter Manier vorsichtig optimistisch in den Abend. Die Doppel waren in der Vergangenheit oft der Schlüssel zum Erfolg gewesen, und genau das zeigte sich auch an diesem Abend. Steffen und Stephan siegten gegen die als sehr spielstark einzuschätzenden Thiere/Dannfald genauso mit 3:1 wie Sebastian und Frank gegen Kaletta/Jesrusel. (Unbekannte Ursache Nr. 1 also: Gewinne die Doppel.)

In der ersten Einzelrunde waren zunächst Sebastian und Frank gefordert. Letzterer hatte gegen den wie entfesselt aufspielenden Dannfald nicht den Hauch einer Chance. Ein blitzsauberes 3:0 stand am Ende für den Grumbacher auf dem Zettel. Sebastian plagte sich fünf lange und sehr knappe Sätze lang gegen Thiere, doch auch dieses Spiel ging verloren. Dann aber die Auftritte von Stephan und Steffen. Beide brachten ihre Spiele gegen Jerusel respektive Kaletta ungefährdet nach Hause und sorgten so für den Zwischenstand von 4:2 aus unserer Sicht. (Unbekannte Ursache Nr. 2: Wenn's das vordere Paarkreuz nicht bringt, muss es entsprechend hinten laufen.)

Die zweite Runde begann mit der Auseinandersetzung zwischen Frank und Thiere. Auch in diesem Spiel konnte unsere Nummer eins leider nicht an seine bisherige Form anknüpfen und verlor mit 2:3. Thiere gelang dabei das Kunststück, nach 0:2 Satzrückstand noch das Spiel zu kippen. Frank wiederum war heute offensichtlich nicht so recht bei der Sache und musste die zweite Saisonniederlage an nur einem Abend zähneknirschend akzeptieren. Sebastian durfte gegen Dannfald ran und musste ebenso wie Frank erfahren, dass gegen diesen heute wohl nichts zu holen war. 1:3 hieß es am Ende aus unserer Sicht. Und erneut waren es Steffen und Stephan, die den alten Vorsprung wieder herstellten. Steffen punktete mit 3:1 gegen Jerusel, Stephans Sieg fiel mit 3:0 sogar noch deutlicher aus. (Die unbekannte Ursache Nr. 2 schien sich also zu bestätigen.)

Vor den abschließenden Partien stand es somit 6:4 für unsere Mannschaft. Alles war möglich: Sieg, Unentschieden oder auch Niederlage. Mit seinem Spiel gegen Kaletta könnte Frank zumindest das Unentschieden absichern. Aber heute Abend? Nach einem sehr knappen und umkämpften ersten Satz sorgte er mit deutlicheren Resultaten in den beiden nächsten Spielabschnitten aber für verhaltenen Jubel bei den Mannschaftskameraden. Mit 3:0 reichte es für den siebenten Punkt und damit war die Option Niederlage schon mal gestrichen. Leider zog Stephan gegen Thiere mit 3:0 den Kürzeren, obschon die Satzergebnisse recht knapp ausfielen. Ein winziges Pünktchen trennte uns also nach wie vor vom Gesamtgewinn. Allerdings hatte Steffens Gegner offensichtlich etwas dagegen. Mit 3:0 gewann Grumbach Nummer 2 Dannfald auch dieses Spiel, damit schmolz unser Vorsprung auf nur einen Punkt. Die letzte Partie des Abends musste also die Entscheidung darüber bringen, ob wir unsere bislang blütenweiße Weste behalten und das vierte Spiel in Folge gewinnen würden. Wie bereits zu Beginn dieses Berichtes beiläufig erwähnt, gelang dieses Kunststück. Sebastian sicherte mit seinem 3:1-Sieg gegen Jerusel den Doppelpunktgewinn und sorgte damit für einen Fortbestand unserer bisher makellosen Bilanz in dieser Saison. (Unbekannte Ursache Nr. 3 demzufolge: Bringe die wichtigen Spiele nach Hause.)

Dem geneigten Leser ist sicher bereits aufgefallen, dass alle drei Ursachen eher dem Bereich der Binsenweisheiten zuzuordnen sind und letztlich eher einen Anlass für eine Spende ins berühmt-berüchtigte Phrasenschwein darstellen als für Erkenntnisgewinn sorgen. Die Aussage des Monsieur Voltaire, dass am Ende nur das Ergebnis zählt und eventuelle Ursachen dafür nur begrenzt erkenntnistheoretisch zu erfassen sind, erscheint dem Autor dieser Zeilen dennoch etwas zu absolut: Denn was in dieser Saison passiert, ist vor allem Ausdruck der Tatsache, dass jeder sein Bestes gibt und damit die Mannschaft so gut es geht unterstützt. Das Einzelergebnis kann dann Sieg oder Niederlage heißen - beides gehört zum Sport. Aber selbstverständlich hat das unser zitierter Meisterphilosoph ebenfalls bereits vor langer Zeit erkannt und aufs analoge Papier gebannt: 

"Ein ehrliches Spiel unter guten Freunden ist ein redlicher Zeitvertreib."