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Lamento trotz voller Kapelle

Frank Zöllner 10.02.2020

Lamento (vom lateinischen Begriff Lamentatio) ist die aus dem Italienischen stammende Bezeichnung für ein Klagelied. In Verbindung mit der Redewendung 'trotz voller Kapelle' ließen sich der Metaphern viele finden. Naheliegend, wenn auch sehr betrüblich, wäre z.B. der Gedanke an eine kirchliche Veranstaltung mit traurigem Anlass, die nichtsdestominder von vielen Menschen besucht wird. Nichts dergleichen ist gemeint, hier geht es ausschließlich um den Spielbericht über unsere dritte Niederlage in Folge.

Wir waren zu Gast beim Stadtrivalen vom TTC. Erstmalig in der Rückrunde konnten wir in Bestbesetzung antreten, also mit voller Kapelle. Es spielten demnach Frank, Steffen, Sebastian sowie Stephan, der damit zu seinem ersten regulären Einsatz als Stammspieler in unserer Mannschaft kam. Die Doppel waren mit Sebastian und Stephan bzw. Frank und Steffen ebenfalls standardmäßig aufgestellt. Unsere Kontrahenten vom TTC spielten mit Wolf, Langholz, Stetter und Göhler. In dieser Konstellation ein für uns kaum zu schlagender Gegner, der auch in der aktuellen Tabelle einen sehr respektablen dritten Platz belegt. Bange machen galt jedoch trotzdem nicht, das Klagelied schon vorher anzustimmen, widerspräche unserer Frohnatur.

Schon nach der Doppelrunde wurde allerdings klar, dass es dafür durchaus Anlass gegeben hätte. Die Spielverläufe ähnelten sich, wir bekamen einfach keinen Zugriff auf das Geschehen, der Gegner war routiniert und sicher genug, um uns mit 1:3 bzw. 0:3 abzufertigen. Anschließend ging es in den Einzeln fast genauso weiter. In der ersten Runde gelang wenigstens Steffen ein Punkt gegen Göhler (O-Ton: "Wenigstens nicht zu null."), auch Sebastian schlug sich mit 2:3 wacker gegen den Spitzenmann Wolf, Frank und Stephan waren in ihren Matches allerdings weitgehend chancenlos (jeweils 1:3).

1:5 gegen uns vor der nächsten Einzelrunde - das ließ einiges befürchten. Frank bekam es mit Wolf zu tun, der nach anfänglichen Schwierigkeiten letztlich doch ungefährdet mit 3:1 gewann. Sebastian mühte sich gegen Langholz (0:3) ebenso vergebens wie Steffen gegen Stetter (0:3 auch hier). Der einzige Lichtblick war Stephan, der bei seinem Rückrunden-Debüt couragiert und konzentriert zur Sache ging und nach anfänglichem Satzverlust die Partie doch noch mit 3:1 für sich entscheiden konnte.

Man muss nicht Mathematik studiert haben, um nach gespielten zehn Begegnungen und nur zwei für uns gewonnenen Matches zu wissen, dass damit die Entscheidung gefallen war. Die Abschlussrunde verlief nach dem gleichen Schema: Wir konnten mitunter ganz gut mitspielen, aber ein Punkt wollte uns nicht gelingen. Dabei war es in Franks Match gegen Stetter noch am knappsten (2:3), der Rest der Truppe ging mit jeweils 0:3 unter. Unterm Strich eine sehr deutliche 2:12-Niederlage, die in dieser Höhe vielleicht zu klar ausfiel. Am verdienten Gesamtsieg des TTC ändert das jedoch nichts, Glückwunsch an den Gewinner.

Und für uns das Lamento? Natürlich nicht. Dafür sind wir alle zu sehr tischtennisbegeistert. Unser Sport ist unsere Freude, ob nun Niederlage oder nicht. Selbstverständlich gewännen wir lieber, doch wenn es nicht sein soll, dann vielleicht beim nächsten Mal. Also Augen auf das nächste Punktspiel richten und optimistisch in die Zukunft blicken.