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Die Hohen Feiertage und der Sport

Frank Zöllner 02.04.2021

Weihnachten, Ostern und Pfingsten zählen zu den kirchlichen Feiertagen, die bundesweit als "hohe" Feiertage gelten. Die Bedeutung im Speziellen ist zwar mittlerweilen vielen nicht mehr so geläufig (Test: Pfingsten war nochmal was?), allerdings ist uns allen die damit verbundene Atempause auch im sportlichen Kontext durchaus noch in Erinnerung. Gerade zu Ostern (das leitet sich übrigens von "Morgenröte" ab - sagt Wikipedia, bezieht sich also auf den ersten Frühlingsvollmond, nach dem die Karwoche beginnt) bot sich oftmals die Gelegenheit, den erreichten Tabellenstand ein wenig tadelnd oder auch euphorisiert zu betrachten, um anschließend die Strategie für die letzten Punktspiele der Saison festzulegen. Selbstkritisch sei darauf verwiesen, dass diese häufig genug darin bestand, alle folgenden Begegnungen gewinnen zu müssen.

Doch momentan ist alles anders. Diesen Satz können wir derzeit überall lesen und hören. Er ist genauso richtig wie alt. Bereits das vergangene Osterfest war dadurch geprägt. Es scheint fast, als wäre die Surrealität der Pandemie unser Alltag geworden. Kein Spiel mehr seit Dezember, kein einziges Training. Logisch und doch schwer zu akzeptieren. Vielleicht passt gerade deshalb die Aussage, dass die Gegenwart nur der Teil der Ewigkeit ist, der den Bereich der Enttäuschung von jenem der Hoffnung trennt.

Wir werden also wieder mal nicht über unseren Tabellenstand grübeln müssen, wir werden auch keine Strategie für die nächsten Spiele festlegen müssen und die Organisation des Frühjahrsputzes bleibt uns ein weiteres Mal erspart. Doch seid gewarnt: Spätestens nächstes Jahr wird an dieser Stelle ein Artikel stehen, der von unseren zahlreichen Erfolgen spricht, den unermüdlichen Trainingsfleiß sämtlicher Akteure loben wird, die Chancen zum Aufstieg kühl kalkulieren und alle zum Frühjahrsputz dienstverpflichten wird. Darauf freue ich mich. Und ihr so?

PS: Meiner vorsichtigen Einschätzung nach wird der nächste hohe Feiertag Pfingsten sein. Dann hoffentlich mit wirklichen Neuigkeiten hinsichtlich der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes. Bleibt optimistisch. (Und übt schon mal sicherheitshalber das Spielen im Regen unter wechselnden Windbedingungen. Pfingsten ist es manchmal arg kalt außerhalb geschlossener Räume.)